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    Hubert Achleitner
    14 Rezensionen

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    Leider zu flüchtig 07. Juli 2020
    Hubert Achleitner, der sich auch als Sänger einen Namen gemacht hat, versucht es nun mit einem Buch. Seine Musik mag ich gar nicht und das hätte mich eigentlich schon warnen müssen. Denn leider überzeugt mich auch sein schriftstellerisches Werk nur wenig. Die Sprache gefällt größtenteils, er weiß grundsätzlich mit den Worten umzugehen, schießt aber dann doch einige Male etwas über das Ziel hinaus, bewegt sich hart an der Grenze zum Kitsch. Seine Protagonisten bleiben seltsam blass und eben flüchtig. Einige gute Ansätze sind durchaus da, aber sie brennen sich nicht ins Gedächtnis und machen dem Namen des Romans alle Ehre. Fast erinnert er mich an die Meditation in meiner Yogastunde. Flüchtige, kleine Begebenheiten, wie Gedanken. Man lässt sie kommen, schaut sie kurz an, lässt sie gleich wieder ziehen und schon sind sie vergessen. Dann gibt es aber auch zahlreiche Stellen, da zieht sich die Geschichte wie ein alter, zäher Kaugummi. Der Leser beginnt sich zu langweilen und muss sich regelrecht durch die Sätze quälen. Wie ein Missakkord erscheinen manche Passagen fehl am Platz. Der Autor hat zwar viele gute Ideen, die aber leider oft genau dann, wenn es anfängt richtig interessant zu werden, einfach fallen gelassen werden und im Sande verlaufen. Mich erinnert das Buch an eines dieser Musikalben, die ein, zwei Hits enthalten, aber leider sonst nur diese Lieder die noch unausgegoren sind, nicht so richtig passen und eigentlich nur den Zweck haben, die CD, bzw. in diesem Fall, die Seiten zu füllen.
    Ein gelungenes Debüt 29. Juni 2020
    „Alles ist flüchtig, aber nicht alles ist gleich flüchtig. Jedes Ereignis hat seine eigene Halbwertszeit. Ich will dir jetzt meine Geschichte erzählen, bevor sie sich zu sehr verflüchtigt. Denn ich schreibe nicht die Ereignisse fest, sondern nur meine Erinnerungen daran.“

    Nach fast dreißig Jahren Ehe mit Herwig verschwindet Maria plötzlich. Mit seinem Volvo, dem Großteil des Geldes und ohne einen Abschiedsbrief… Sie möchte Abstand zwischen sich und ihr Leben bringen. Zwischen ihre unerfüllte Ehe, ihren Beruf, ihre Heimat. Nach Jahren des Funktionierens und des Nebeneinanderher Lebens sucht sie ihr eigenes Glück. Sie begibt sich auf eine Reise durch Österreich, und von dort schließlich nach Griechenland, wo sie mehrere Monate hängen bleibt und das Leben neu entdeckt.

    Hubert Achleitner, bekannt als „Hubert von Goisern“ ist in der österreichischen Volksmusikszene bekannt. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben. Ich war zuvor etwas skeptisch, muss aber nun sagen: Herr Achleitner, wieso haben Sie nicht schon früher mit dem Schreiben begonnen? Ich fand das Buch sehr interessant zu lesen. Diese sympathische österreichische Sprache, der poetische Schreibstil, die festgefahrenen Protagonisten, die zwar alles andere als modern denken, aber einfach das typisch Österreichische verkörpern. Dazu die griechischen Protagonisten, der heilige Berg, und dann das Klettern und Bergsteigen… Alles in allem eine sehr gelungene Kombination. Ich habe das Buch gerne und schnell gelesen, und kann es wirklich weiterempfehlen.
    Die Flucht 22. Juni 2020
    Der Roman ist für mich in erster Linie ein Porträt einer Frau und ihres Lebensgefühl.
    Eva Mara Magdalena, Maria genannt wurde 1962 in Österreich geboren. Sie heiratet nach unbeschwerter Kindheit und Jugend Herwig. Sie wünschen sich ein Kind, aber Maria kann nicht schwanger werden. Nach 30 Jahren verlässt Maria ihren Man überraschend und geht auf eine Selbstfindungsreise.
    Erwähnenswert sei aber auch, das Herwig eine intensive Beziehung mit der jungen Nora hat.
    Das Nora dann schwanger wurde, ist Marias Schmerz.

    Der Roman wird durch eine gediegene Erzählweise bestimmt, die meiner Meinung nach nur bedingt funktioniert. Zum Beispiel wird ein Teil der Handlung von der Anhalterin Lisa erzählt, die Maria mitgenommen hatte. Doch andere Abschnitte haben mit Lisa nichts zu tun und da fragt man sich, wie das zusammenpasst.
    Davon abgesehen, passt die Aufteilung der Abschnitte zwischen den Figuren und es gibt immer wieder sehr gelungene Passagen mit hervorragenden Beschreibungen. Deswegen hat mir der Roman überwiegend schon ganz gut gefallen, aber es ist auch noch Luft nach oben.
    Eine poetische Reise zu sich selbst 10. Juni 2020
    flüchtig
    von Hubert Achleitner
    ⭐⭐⭐/5 Sternen

    Das erwartet euch

    In flüchtig begleiten wir Maria, welche vor ihrer Ehe mit Herwig, ja eigentlich ihrem ganzen Leben, wegläuft. Eine schicksalshafte SMS auf dem Handy ihres Mannes hat für Maria ausgereicht um endgültig die Zelte abzubrechen und sang- und klanglos zu verschwinden. Ihre Reise führt sie von Österreich bis nach Griechenland. Dabei findet sie nicht nur sich selbst, sondern trifft auch einige interessante Weggefährten.

    Natürlich wird auch Herwigs Leben "nach Maria" beleuchtet.

    Wie es den beiden auf ihrer jeweiligen Reise geht, müsst ihr selber lesen. Es ist auf jeden Fall sehr poetisch, religiös und auch ein klein wenig politisch.

    Meine Meinung

    zum Cover
    In erster Linie wollte ich das Buch des Autors wegen lesen. Spätestens bei diesem verträumten und wunderschönen Cover, hätte ich es mir aber so und so gekauft, auch wenn es jetzt nicht so wahnsinnig viel Aussagekraft hat.

    zum Schreibstil
    Was soll ich sagen? Hubert Achleitner kanns einfach! Sein Schreibstil ist ganz wunderbar leichtgängig. Teilweise wird der Autor sehr poetisch, dann driftet er wieder in eine derbe Sprache ab. Ich liebe vorallem den eingestreuten österreichischen Dialekt. Ich habe mich dadurch richtig heimisch beim Lesen gefühlt.
    Hubert Achleitner geizt auch nicht mit Details. Seine Landschaftsbeschreibungen - seien es die österreichischen Alpen oder die Mönchsklöster Griechenlands - sind wahnsinnig einnehmend und bildhaft. Bei mir stellten sich beim Lesen recht schnell Urlaubsgefühle ein.

    zur Handlung
    Ich fand die Thematik unheimlich spannend - eine Frau, die einfach verschwindet ohne jemanden etwas zu sagen. Leider war die Umsetzung dann teilweise zäh. Wie ich oben schon erwähnt habe, ist Hubert Achleitner sehr detailverliebt. Er verliert sich aber auch in Erzählsträngen, die eigentlich gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Großteils sind dies Gedanken zu Religion und Glaube, die der Autor sehr ausschweifend beschreibt. Das sollte man vor Beginn der Lektüre vielleicht wissen, da das einach nicht jedermanns Sache ist. Für mich ging durch diese philosophischen Ergüsse einfach die Spannung verloren, wobei Spannung wahrscheinlich ohnehin das falsche Wort für diesen Roman ist. Das Buch beschreibt einfach das Leben der Bankangestellten Maria und von Musiklehrer Herwig, der in gewisser Weise genauso vor seiner Ehe flüchtet wie seine Frau.

    zu den Charakteren
    Tja, die Protagonisten sind wirklich sehr speziell und sicher auf anhieb keine Sympathieträger. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich deren Werte und Moralvorstellungen gutheiße. Ich finde allerdings, dass sich sowohl Maria, als auch Herwig zum positiven entwickeln. So wie sich die Geschichte Zeit lässt, lassen sich auch die Protagonisten Zeit ihre positiven Seiten hervor zu kehren. Und eines muss man Maria und Herwig auch lassen: Durch ihre unperfekte Art heben sich die Beiden von der Masse ab und bleiben einem im Gedächtnis!

    Fazit
    flüchtig ist ein sehr philosophischer und musikalischer Roman. Wen wunderts, ist der Autor niemand anderer als Hubert von Goisern.
    Neben der Hauptgeschichte werden viele kleine Nebengeschichten aus der Vergangenheit der Haupt- aber auch der Nebencharaktere eingestreut. Trotz des wirklich schönen Schreibstils war mir das Buch dadurch an manchen Stellen zu langatmig. Die Hauptgeschichte selbst hat mir aber sehr gut gefallen. Wer gerne emotionale und tiefgründige Geschichten liest, ist mit dieser Lektüre sicher bestens bedient.
    Verschwunden 01. Juni 2020
    Verschwunden

    Was ich bis jetzt nicht wusste - bei dem Autor handelt es sich um Hubert von Goisern. Das macht für mich das Buch noch einmal mehr zu etwas besonderem und ich muss sagen, ich bin insbesondere auf Grund des emotionalen Tiefgangs sehr überrascht.

    Wo ist Maria? Job gekündigt und Auto weg - das würde zumindest darauf hindeuten, dass sie am Leben ist und einen Plan hat. Dennoch hat sie ohne ein Wort ihren Ehemann zurück gelassen. Warum? Was ist passiert?
    Kann ihr Mann die Freiheit nutzen?
    Monate später bekommt er einen Brief von Maria, in dem sie versucht zu erklären und erzählt, was passiert ist.
    Man verfolgt die Reise bis nach Griechenland und wird auf ein kleines Abenteuer mit emotionalem Tiefgang mitgenommen.

    Der Schreibstil ist der Wahnsinn - die Sätze haben so einen Tiefgang, und die Charakterisierung der Protagonisten ist absolut gelungen. Selten bekommt man so rundum vollendete Charaktere in einem Roman.

    Von mir gibt es eine absolute Empfehlung.

    gelungen 30. Mai 2020
    Maria ist über 50 und lebt mit ihrem Mann in Österreich. Sie haben sich vor Jahrzehnten kennengelernt und leben irgendwie nur noch nebeneinander her. Auch in ihrem Job bei der Bank fühlt sich Maria gefangen und die erhoffte Beförderung bleibt auch aus. Eines Tages entdeckt Maria durch Zufall, dass ihr Mann Wig eine Geliebte hat. In diesem Moment beschließt Maria ihr Leben zu ändern und fängt direkt damit an. Sie kündigt ihren Job, nimmt sich den Volvo von Wig und fährt Richtung Süden. Auf dieser Reise lernt sie Lisa kennen und hat zum ersten Mal seit langen wieder ein Gefühl von Glück. Ich kannte den Autor noch nicht vorher als Musiker, aber ich finde seinen ersten Roman gelungen. Er hat mich in das Leben von Maria mitgenommen und mit ihr auf eine spannende Reise.
    Verschwunden 30. Mai 2020
    von Nele
    Mit dem Buch "flüchtig" trifft der Leser auf den Autor Hubert Achleitner, seit Jahren als Musiker Hubert von Goisern bekannt, was für mich beim Lesen des Klappentextes für eine Überraschung sorgte.

    Maria ist weg, einfach verschwunden. Herwig versteht die Welt nicht mehr.
    Maria, mit der er doch so lange vermeintlich glücklich verheiratet ist. Sie hat ihr Leben mit Herwig satt und flüchtet, gleichzeitig macht sie sich aber auch auf die Suche nach sich Selbst. Nur kurz begleitet der Leser die Flucht von Maria, es legt sich das Augenmerk auf den zurückbleibenden Ehemann. Eingebettet wird dies alles in poetische Sprache und mit Klängen untermalt, dennoch alles immer ein wenig flüchtig. Der Titel passt wirklich perfekt zum Inhalt der Geschichte.

    In allen Zeilen merkt man, hier schreibt jemand, der sich seit Jahren mit Texten und dem Leben auseinandersetzt, der es schafft in den Text die Melodien verschiedenster Künstler geschickt unterzubringen, der die Seele schwingen lassen kann. Dennoch ist es kein Buch, welches nach Leben ruft, sondern auch nachdenklich macht. Was ist das Leben, was sucht die Seele?

    Ich hatte mit "flüchtig" einige angenehme Lesestunden.
    Aufbruch, Selbstfindung,... 30. Mai 2020
    Maria lebt so vor sich hin, im Beruf als Bankmitarbeiterin wird sie bei einer Beförderung übergangen und die große Liebe hat sich im Laufe der Zeit verflüchtigt.
    Als sie eher durch Zufall das Handy ihres Mannes überprüft, löst sich ihre innerliche Starre und sie hat genug, sie fährt einfach davon.

    Mit Bezügen zur Musik ist der Roman aber trotzdem auch ohne den Bezug gut lesbar, es gibt keinerlei Dominanz diesbezüglich.

    Insgesamt ein eher leises Buch, sehr schön zu lesen, aber eben auch wie der Buchtitel schon verspricht: flüchtig.
    Wirklich nachhaltig berührt hat mich keines der geschilderten Schicksale, auch zu keinem der Charaktere konnte ich einen Bezug aufbauen.

    Die vielen männlichen Nebenfiguren haben mich etwas irritiert, ja, irgendwie hat sich der Kreis schon immer geschlossen, aber so richtig bereichernd für die Handlung empfand ich das nicht.

    Insgesamt ein angenehm zu lesender Roman, nicht uninteressant, aber auch nicht so, dass er mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.
    Zwischen Salzkammergut und Griechenland 25. Mai 2020
    von Petris
    Hubert Achleitner, als Musiker und Künstler bekannt als Hubert von Goisern, hat uns in seiner Musik schon viele schöne, poetische Texte beschert. Dass er nicht nur mit Musik umgehen kann, sondern auch mit Sprache, ist daher bekannt, doch einen Songtext zu schreiben, sei er auch noch so gelungen, ist etwas ganz Anderes als einen Roman zu schreiben. Ich mag Hubert von Goiserns Musik sehr, auch seine kritische Einstellung, seinen Mut Neues auszuprobieren und ganz frei Genres zu vermischen. Deshalb war ich recht sicher, dass mir auch ein Roman aus der Feder Hubert Achleitners gefallen würde.
    Und so war es dann auch. Ich bin von der ersten Seite an eingetaucht in diese Geschichte, ich mochte, seine Art zu erzählen, wie er zwischen Dialogen und der Perspektive eines allwissenden Erzählers hin- und herspringt, der Rhythmus stimmte, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und freute mich über jeden neuen Puzzleteil, der das Gesamtbild vervollständigte. Und ich liebte den Soundtrack, den der Autor uns zur Geschichte liefert, vielseitig wie Hubert Achleitner auch als Musiker ist, reicht dieser von den Naturtönen der Samen über Don Giovanni bis hin zu Nina Hagen. Der Autor hat hier einen ganzen Kosmos von Charakteren geschaffen, alle mit ihren guten und schlechten Seiten, ihren Ecken und Kanten. Man merkt ihm bei jeder Silbe die Sympathie zu seinen Personen an, wahrscheinlich spiegelt das sein Menschenbild wieder, jemand der sich Menschen interessiert ansieht, ohne zu verurteilen und generell an das Positive im Menschen glaubt.
    Das Wort „flüchtig“ hat gleich mehrere Bedeutungen, und beide passen zu diesem Roman. Da ist einmal das Leben, das flüchtig ist, die Dinge, die wir für wichtig erachten, die nur flüchtig sind und an Bedeutung verlieren können und natürlich kann auch eine Person flüchtig sein.
    Damit beginnt die Geschichte, Maria haut nach 30 Ehejahren einfach ab, kündigt ihren Job, räumt die Konten leer und sagt niemandem Bescheid. Monatelang bleibt sie verschollen, ihr Mann Herwig bleibt ziemlich ratlos zurück. Und anstatt ihm damit die Freiheit zu geben, eine Zukunft mit seiner jungen Geliebten Nora anzufangen, entfernt dieser Zustand ihn von Nora. Monate später bekommt er einen Brief von Maria, in dem sie versucht zu erklären und erzählt, was passiert ist. Wir Leser*innen wissen allerdings lange nicht, was denn darin steht. Nach und nach erfahren wir in Rückblicken, in Ausschnitten aus Marias Reise nach Griechenland und indem wir Herwig begleiten, was passiert ist. Das bleibt jede Sekunde spannend, Hubert Achleitner verliert nie den Faden, jeder einzelne Charakter, der eine Rolle in der Geschichte spielt ist genau und liebevoll gezeichnet. Wie zum Beispiel Herwigs Vater, auch einer der „flüchtig“ ist, abgehauen aus dem betreuten Wohnen und der spät noch ein zweites Glück findet, anders als man denkt.
    Ich habe jeden Moment des Lesens genossen, fand das Ende einfach perfekt und war richtig traurig als ich es zuschlug. Definitiv ein weiteres Lieblingsbuch 2020, das ich bald noch einmal lesen und wärmstens weiterempfehlen und –schenken werde!
    Ein Roman wie eine Matroschka 25. Mai 2020

    Die außerordentliche Musikalität des Hubert von Goisern ist mir genau vor einem Vierteljahrhundert aufgefallen. Kein Wunder, dass ich in seinem Romandebüt nun alles wiederfinde, was schon damals meine „Heiligtümer“ waren. Die Koloraturkunst von Edita Gruberova zum Beispiel, Dvoraks Sinfonie Aus der neuen Welt oder André Heller, dessen Liederlyrik ich so sehr liebte. So vieles und noch viel mehr steckt in diesem Roman, jenseits der eigentlichen Handlung.

    Maria und Herwig sind fast dreißig Jahre verheiratet. Sie haben sich in jeweils ihrem eigenen Leben arrangiert, ohne spürbares Interesse aneinander. Als Maria jedoch von einem Tag auf den anderen ohne jegliche Erklärung verschwindet und unauffindbar bleibt, kommt Bewegung in Herwig. Es beginnt eine Reise quer durch Europa bis nach Griechenland, hin zu flüchtigen Begegnungen mit Menschen, mit flüchtigen Gedanken über sich selbst und das Leben und flüchtigen Gefühlen der Sehnsucht und Erfüllung.

    Dieser Roman ist reich und vielschichtig wie eine Matroschka. Manchmal verliert sich der Autor regelrecht im Erzählen von Geschichten, die weitere Geschichten enthalten, im Berichten von vergangenen Leben von vergangenen Menschen. Manchmal treibt der Erzähler mit seinen Geschichten so weit ab vom chronologischen roten Faden, als wäre Maria schon längst verloren gegangen. Und wenige Seiten später landet der Autor wieder im zeitgerechten Erzählstrang, und Marie übernimmt wieder weiter ihre Rolle, nüchtern, kühl, wissbegierig, mit tief versteckten Sehnsüchten. Man muss sich als Leser genauso treiben lassen wie der Autor, dann entwickelt das Buch seinen ganz besonderen Reiz. Wurde schon einmal so differenziert die Inbetriebnahme eines Plattenspielers beschrieben und das geradezu zeremonielle Hören einer Vinylplatte mit seinem mystischen Zauber des Klanges? Wurde schon einmal so atmosphärisch dicht, so sehnsuchtsvoll in seiner lichtdurchfluteten Einfachheit das ursprüngliche touristenferne Griechenland beschrieben? Und wo findet man eine Heiligengeschichte genauso neben politischen Stellungnahmen und spitzen Randbemerkungen? Ein kluges, ein vielschichtig durchkomponiertes, ein poetisches Buch. Ein Buch zum Wiederlesen.

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