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    Verbindet spannend die Welten 16. August 2019
    Für mich einer DER Autoren unserer Zeit, ein Kosmopolit, ein Weltbürger, ein Erzählkünstler mit Meinung und Haltung: Rafik Schami!
    Ich habe ihn einmal live erleben dürfen und habe seitdem seine Stimme von dieser Lesung und dem daran angeknüpften Interview im Ohr. Ich erwähne es nur, da es meine Art seine Romane zu lesen massiv beeinflusst hat. Ich lese seine Roman förmlich mit seiner Stimme im Kopf. Seine sehr spezielle ruhige Taktung und sein Akzent, wunderbar!
    Zum Roman, der neuste Roman „Die geheime Mission des Kardinals“ verbindet seine reiche Erzählkunst wieder einmal mit einer überzeugend guten Geschichte.
    Wir werden nur ein paar Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt, Damaskus 2010, Vorkriegszeit. Die Leiche eine Kardinals wird in einem Ölfass an die italienische Botschaft geliefert –der Schreck ist groß. Wir lernen den syrischen Kommissar Barudi vor Ort kennen, der bald unterstützt wird von Mancini aus Rom. Die beiden gehen auf die Suche warum der Kardinal sein Leben lassen musste.
    „Die geheime Mission des Kardinals“ ist spannend, geheimnisvoll und mit so viel Menschenkenntnis geschrieben, dass ich als Leser immer das Gefühl hatte die Charaktere förmlich vor Augen zu haben.
    Klar, dieser Roman von Rafik Schami ist kein schmaler Roman und auch mit ausführlichen Beschreibungen geschmückt. Das führt zu diesem Schwergewicht mit über 400 engbedruckten Seiten. Daher rate ich nur zu diesem fast märchenhaft erzähltem Roman nur, wenn man als Leser gerne in eine andere Welt eintauchen und sich gerne vom dem Text tragen lassen. Es ist schon ein Roman zu dem man sich Zeit nehmen sollte um viele Seiten am Stück zu lesen, sonst kommt man nicht in den Lesefluss und in der Geschichte an.

    Fazit: Ein spannender Roman der die Welten verbindet und zugleich unterhaltsam ist!
    Mord 30. Juli 2019
    von marsu
    Damaskus. Der italienischen Botschaft wird ein Fass mit Olivenöl geliefert. Doch als es geöffnet wird, gibt es eine böse Überraschung, denn in dem Fass liegt ein toter Kardinal, der erst wenige Tage vorher zu Besuch in der Botschaft war. Doch warum wurde seine Leiche an die italienische und nicht die vatikanische Botschaft geliefert? Und weshalb wurde der Kardinal getötet, der auf dem Weg zu einem Wunderheiler war, um diesen zu überprüfen. Wer hatte ein Interesse an seinem Tod?
    Kommissar Barudi ermittelt hier in seinem letzten Fall vor der Pensionierung, die er schon erwartet - mit Abreißkalender. Dennoch stürzt er sich in die Ermittlungen und unterstützt wird er dabei recht bald von einem italienischen Kollegen. Manzini spricht sehr gut arabisch und kennt sich in Syrien aus.
    Neben der Mordermittlung geht es um die Lage in Syrien kurz vor Ausbruch des Bürgerkrieges, sehr oft ums Essen und der Mordfall ist verwickelter als anfangs gedacht. Auch wenn es einige Schwächen gab (warum findet Barudi so plötzlich einen Freund und eine neue Liebe, obwohl er das in den letzten Jahren nicht getan hat?), so hat mir die Geschichte gefallen.
    Wunderheiler, Mord und Liebe 29. Juli 2019
    von *RC*
    + Es ist kein Pageturner! Aber ein wunderbarer – eher ruhiger – Krimi, den man genießen sollte wie den nach Kardamom duftenden arabischen Mokka +

    Das Cover allein ist schon sehr ansprechend, da man gleich beim Anblick der kunstvollen arabischen Schriftzeichen in die orientalische Welt entführt wird. Und auch in arabischer Sprache ist der uns in Deutsch präsentierte Titel „Die geheime Mission des Kardinals“ lesen. (So sagte es mir eine arabische Bekannte.)

    Syrien, November 2010, noch herrscht Frieden in dem Land, aber man merkt, dass ungute Zeiten, ein Bürgerkrieg, in das Land hereinbrechen werden. Der Norden des Landes ist bereits unter der Kontrolle der Islamisten.
    Kommissar Barudi steht kurz vor der Rente und wird beauftragt, den grausamen Mord an Kardinal Angelo Cornaro aufzuklären, dessen übelst zugerichtete Leiche in einem Fass Olivenöl an die italienische Botschaft in Damaskus geliefert wurde. Da Barudi Christ ist, ist sein Chef der Meinung, dass er für diesen Fall prädestiniert sei. Da es sich hier aber um eine internationale Angelegenheit handelt, bekommt Barudi Hilfe aus Italien zugesprochen. Kommissar Mancini, der die arabische Kultur liebt und zudem perfekt Arabisch spricht, wird ihm und seinem Team zur Seite gestellt.
    Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, warum der Kardinal auf solch bestialische Art und Weise sterben musste. Auch von einem ihm zur Seite gestellten Begleiter, einem Jesuiten, fehlt jede Spur. Immer ist von einer „Geheimen Mission“, die Cornaro zu erfüllen hatte und ihm letztendlich zum Verhängnis wurde, die Rede. Während Barudi in seiner Funktion als Kriminaler unterwegs ist, recherchiert Mancini getarnt als Journalist, der angeblich für eine wichtige italienische Zeitung einen Bericht schreiben soll. Langsam kommen sie voran und erfahren, dass Cornaro in dem kleinen Bergdorf Derkas, südwestlich von Aleppo, einen muslimischen Wunderheiler, der in eine Kirche weilt, aufsuchen wollte. Er wollte sich von seiner Heilkunst zu überzeugen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in dieses Bergdorf, das wie eine Insel im sonst von Islamisten beherrschten Gebiet, liegt und sein „normales“ Dasein behaupten kann. Die Reise in das von Rebellen dominierte Gebiet ist nicht ungefährlich; sie geraten sogar in Lebensgefahr, und kommen aufgrund einer glücklichen Fügung mit ihrem Leben davon und bekommen sogar noch unerwartete Unterstützung und bringen erstaunliche Erkenntnisse ans Licht.

    Der Roman „Die geheime Mission des Kardinals“, der zweite Fall des Kommissars Barudi, ist in meinen Augen kein klassischer Krimi. Auch wenn der Mord an einem Kardinal der Aufhänger ist, ist es vielmehr ein Gesellschaftsroman, in dem das politische System, die Diktatur in Syrien, wo Korruption und Vetternwirtschaft an der Tagesordnung ist, kritisch beäugt wird. Auch die Macht der Geheimdienste wird deutlich. Es ist außerdem ein Buch über Glaube und Aberglaube, Vertrauen und Misstrauen, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, sowie Freundschaft und Liebe. Es ist fiktive Geschichte mit einem wahren politischen, soziokulturellen und religiösen Hintergrund.

    Die beiden Hauptprotagonisten Barudi und Mancini habe ich gleich in mein Herz geschlossen. Es ist die perfekte Besetzung für diese warmherzige, tiefsinnige aber durchaus auch kritische Geschichte. Umso schöner ist es auch im Laufe der Geschichte mitzuerleben, dass sich aus der kriminalistischen Zusammenarbeit auch eine innige Freundschaft entwickelt. Auch seine mit unterschiedlichen Charakteren bestückten Kollegen Schukri, Ali und Nabil sind gut gezeichnet. Mir gefällt vor allem, dass Schami zeigt, dass die unterschiedliche Religionszugehörigkeit für ein gutes Miteinander eine Selbstverständlichkeit ist.
    Nicht zuletzt wird noch eine Liebesgeschichte in den Roman eingewebt. Barudi, der seit längerer Zeit schon Witwer ist und immer noch seiner Frau Basma nachtrauert, öffnet sein Herz für eine neue Liebe.
    Eine reizvolle Unterbrechung der Handlung sind die regelmäßigen Tagebuchaufzeichnungen vom Barudi. Hier bekommt man nicht nur Einblicke in seine Vergangenheit, hier äußert er auch unverblümt seine Ansichten zu Kollegen, seinem Chef, dem Regime und beschreibt, was ihn bewegt.

    Aufgrund der genauen örtlichen Beschreibungen, hat man das Gefühl, mit Barudi und Mancini durch Damaskus und die Landschaft Syriens unterwegs zu sein. Mit kleinen Randepisoden und Anekdoten erfährt der Roman eine fast schon märchenhafte Atmosphäre.
    Und wie Perlen einer Kette begegnet man immer dem arabischen Kaffee mit Kardamom, der Ruhe, Gelassenheit und Wärme vermittelt. Beim Lesen hatte ich fast schon das Gefühl, dass dieser Geruch in meiner Nase kitzelt.
    Schade, dass Barudi nun in Rente geht. Denn auf einen weiteren Fall hätte ich mich sehr gefreut.

    Für mich ist dieser Roman ein absolutes Sommerhighlight. Schami kann wirklich toll erzählen, ein flüssiger Schreibstil, in den man gut eintauchen kann. Man wird gefangen von einer anspruchsvollen poetischen Sprache, die sowohl mit Tiefgang hat und gleichzeitig auf hohem Niveau anzusetzen ist. Und man merkt, dass Schamis Herz nach wie vor für 'seine' Stadt Damaskus schlägt. ✭ ✭ ✭ ✭ ✭
    Barudi 23. Juli 2019
    Ich war schon sehr gespannt auf den neuesten Roman von Rafik Schami und entsprechend hoch war da natürlich meine Erwartungshaltung.

    Syrien, 2010, der schreckliche Bürgerkrieg hat noch nicht begonnen, doch die Anzeichen für den Konflikt mehren sich. Kommissar Barudi steht kurz vor seiner Pensionierung und erhält nun seinen vermutlich letzten Fall. Ein Kardinal wurde ermordet und in Olivenöl an die italienische - nicht an die vatikanische - Botschaft geliefert. Es gibt so einige Unstimmigkeiten. Der Kardinal war auf dem Weg zu einem Wunderheiler und wurde dann nicht mehr gesehen. Barudi erhält Unterstützung von einem italienischen Kollegen. Mancini ist ein großer Kenner des Orients und hat auch schon in Syrien gelebt und spricht fließend arabisch. Die beiden schließen von jetzt auf gleich Freundschaft - und das, obwohl Barudi sonst so zurückhaltend ist. Dann verliebt er sich auch noch von einem Moment auf den anderen. Diese beiden Aspekte haben mich doch gestört. Was mir gefiel, waren die Beschreibungen des Alltagslebens und der Esskultur sowie die politischen Verstrickungen. Allerdings bin ich insgesamt enttäsucht, da das Buch hinter meinen Erwartungen zurück blieb, auch sprachlich fand ich es dieses Mal nicht so überragend wie sonst.
    Rafik Schami goes Krimi 21. Juli 2019
    Ich bin großer Fan von Rafik Schamis Erzählweise.
    Sein neuer Roman ist anhand eines Kriminalfalls aufgebaut, ist aber kein echter Krimi, reine Krimilesende könnten also enttäuscht werden, falls das das Hauptlesemotiv sein sollte.

    Kommissar Barudi steht kurz vor dem Renteneintritt und hat noch einen letzten, sehr verzwickten Fall zu lösen. Zur Seite steht im ein Kollege aus Italien und sein bewährtes Ermittlerteam.
    Durch den Einblick in Barudis Alltags- und Berufsleben kann man Syrien vor dem Krieg kennenlernen, den Glauben und den Aberglauben, die kulinarische Köstlichkeiten, Beziehungsgeflechte, die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, die stets allgegenwärtigen Gefälligkeiten und auch Islamisten und Geheimdienst spielen eine Rolle.
    Mit der gewohnten Erzählkunst, kritisch und doch mit einem Augenwinkern ("hier gehörten anscheinend sogar die Vögel der Upperclass an"), allerdings manchmal für meinen Geschmack auch etwas zäh und zu detailverliebt.

    Das Ermittlerduo ist sehr sympathisch und wenn man von gelegentlichen Längen absieht, ein aufschlussreiches und etwas anderes Schami-Werk mit vielen weisen Sätzen.

    "Fanatiker kennen keinen Zweifel, deshalb sollte man Kindern in der Schule von der ersten Klasse an die Philosophie des Zweifelns beibringen".
    Ein Highlight 16. Juli 2019
    von begine

    Rafik Schami ist seit vielen Jahren mein Lieblingsautor. Mit seinem neuen Roman „Die geheime Mission des Kardinals“ hat er ein wirklich gutes Werk geschaffen. Er schreibt über sein Heimatland Syrien mit Ernst und einem gewissen Humor.

    Es ist im Jahre 2010, vor dem Krieg. Das Leben ist da schon nicht so leicht, wer etwas gegen den Präsidenten sagt, ist schnell tot.

    In der italienischen Botschaft in
    Damaskus wird ein Kardinal aus de, Vatikan in einem Fass mit Olivenöl gefunden.

    Kommissar Barudi soll ermitteln. Er ist kurz vor seiner Rente, es soll sein letzter Fall werden. Barudi ist manchmal etwas aufbrausend. Sein Arzt und Freund rät ihm, Traue niemand, auch mir nicht, denn unter Folter rede ich. Darum soll er Tagebuch schreiben, aber es gut verstecken, das macht er dann auch.
    Aus Italien wird ihm sein Kollege Kommissar Mancini zur Seite gestellt. Die beiden müssen gefährliche Situationen bestehen. So werden sie von Auf ständigen gefangen genommen.

    Der Autor lässt uns die Atmosphäre seines Landes lebendig werden. Da ist einmal der Glaube und der Aberglaube des Volkes und es kommt zu Verrat und Mord.
    Der Roman hat mich gefesselt, ich habe mit den Kommissaren ermittelt.

    Wie immer hat mich Rafik Schami mit seiner Geschichte berührt. Diesen Roman empfand ich als den Besten seit langer Zeit.


    Krimi in einem Syrien, das es so nicht mehr gibt! 14. Juli 2019
    von Petris
    Rafik Schami zählt zu meinen Lieblingsautoren, auf seine Bücher warte ich auch immer mit Ungeduld und habe so ziemlich alles aus seiner Feder gelesen. Groß also die Freude, als „Die geheime Mission des Kardinals“ endlich erschien.

    Rafik Schamis Roman ist eigentlich ein klassischer Krimi, nicht so ganz mein Genre, aber wenn der Autor Schami ist, muss ich ihn dennoch lesen. Kommissar Barudi (der 2004 in „Die dunkle Seite der Liebe“ schon einmal ermittelt hatte, ich konnte mich allerdings nicht mehr daran erinnern) steht kurz vor seiner Pension. Er ist nach dem Tod seiner Frau sehr einsam, zählt schon die Tage bis zur Pension. Da bekommt er es mit einem mysteriösen Fall zu sein. Die italienische Botschaft in Damaskus bekommt ein Fass Olivenöl geliefert, darin die Leiche eines Kardinals, der in Syrien zu Besuch war. Kommissar Barudi packt der Ehrgeiz, diesen Fall will er noch vor seiner Pension aufklären. Unterstützung bekommt er dabei vom italienischen Ermittler Mancini, mit dem er sich auf Anhieb versteht.
    Damit beginnt eine abenteuerliche, gefährliche Reise in die Abgründe der syrischen Gesellschaft und Politik. Das Herrscherhaus sitzt fest im Sattel, unterstützt vom ganzen Clan, von 15 Geheimdiensten und auch vom Aberglauben der Bevölkerung, unterdrücken sie jegliche Kritik. Es wird schwierig, innerhalb dieses Sumpfes ein Verbrechen aufzuklären. Da stellt sich sogar die Frage, ob es rechtens ist, in einem Unrechtsstaat die Hilfe von Verbrechern anzunehmen, um ein anderes Verbrechen aufzuklären.

    Schami gelingt es hier wieder hervorragend, mit einfachen Worten (der Stil erinnert an Märchen), eine unglaublich spannende Geschichte zu erzählen, ganz viel Faktenwissen einzubauen, gegen Aberglauben und Korruption einzutreten und gleichzeitig verständlich zu machen, warum Menschen z.B. zur IS gehen wollen, warum Aberglaube in allen Religionen so stark verankert ist. Auch Machenschaften des Vatikans und der Mafia fließen ein. Dennoch liest sich das alles flüssig, man kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

    Einzig die Charaktere sind ein wenig klischeehaft und flach geworden, aber das passt irgendwie trotzdem dazu, zum Stil, der nach Sagen und Märchen klingt und auch zum Krimi.

    Ein Roman, der für viele Leser*innen geeignet ist, ein Krimi nicht nur für Krimileser, ein hochpolitisches Buch für alle, die Faktenwissen gerne spannend verpackt haben, für Leser*innen, die die arabische Welt mögen und einfach für alle, die sich gerne von spannender Lektüre mit viel Hintergrund unterhalten lassen. Toller Roman!